So entsteht Schmerz

Die Schmerzempfindung ist unser fünfter Sinn und lebensnotwendig. Schmerz warnt uns davor, dass etwas mit unserem Körper nicht stimmt.

Schmerzfühler, unsere „bellenden Wachhunde“

In Organen, Gelenken, Knochen und in der Haut sind Schmerzfühler, die auf Chemie-, Gift-, Wärme- oder Kältereize reagieren. Als „bellende Wachhunde“ weisen sie uns frühzeitig auf plötzliche Erkrankungen und Verletzungen hin. Sie signalisieren uns zum Beispiel damit, dass wir zum Arzt gehen müssen. Über Nervenbahnen schlagen die Schmerzfühler Alarm. Der Schmerz wird ähnlich wie bei Stromkabeln über elektrische Signale, so genannte Aktionspotenziale, rasend schnell ans Gehirn weitergeleitet.

Achtung! Gefahr!

Bereits im Rückenmark sind diese Alarmglocken mit unseren Muskeln kurz geschaltet. So löst zum Beispiel das Berühren einer heißen Herdplatte innerhalb von tausendstel Sekunden wichtige Schutzreflexe aus, auch ohne dass unser Gehirn langatmig eingeschaltet wird: Wir ziehen die Hand aus der Gefahrenzone zurück, noch bevor wir den Schmerz bewusst spüren.

 

Au! Auf dem Weg ins Bewusstsein

Rückenmark und Gehirn werden zusammen auch als zentrales Nervensystem bezeichnet. Beim Sprung von einer Nervenbahn zur nächsten kommt es an den Schaltstellen, den so genannten Synapsen, zur Freisetzung chemischer Botenstoffe. Erreichen die Signale schließlich das Gehirn – genauer gesagt den Thalamus und die Hirnrinde – werden die Schmerzen bewusst wahrgenommen und bewertet. Jetzt erst tut Schmerz weh!

Die Schmerzzentren im Gehirn stehen in engem Kontakt mit den Gefühlszentren, sodass lang dauernde Schmerzen oft auch zu Gefühlsveränderungen wie Ängsten und Depressionen führen.

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